Stadtnachricht

Arbeitslosigkeit steigt aufgrund Ausbildungsende
Die Quote liegt im August bei 4,0 Prozent


Für den Leiter der Agentur für Arbeit Waiblingen, Jürgen Kurz, ist dies jedoch kein Grund zur Sorge: „In den letzten vier Wochen meldeten sich vor allem junge Menschen nach Beendigung ihrer Ausbildung arbeitslos. Diese frisch ausgebildeten Fachkräfte finden in der Regel schnell wieder eine Anschlussbeschäftigung", weiß er aus langjähriger Erfahrung. Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Quote um 0,1 Prozentpunkte günstiger. Landesweit liegt sie mit 4,1 Prozent ebenfalls um 0,1 Prozentpunkte günstiger als vor einem Jahr.

Im letzten Monat meldeten sich im Rems-Murr-Kreis 2.405 Personen arbeitslos, im gleichen Zeitraum konnten 2.026 Männer und Frauen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Die Zahl der Arbeitslosen stieg damit erstmals seit August letzten Jahres wieder auf über 9.000 Personen. Wie die Agentur für Arbeit berichtet, ist dies jedoch ein jährlich wiederkehrendes Phänomen, welches auf die Beendigung von schulischen und beruflichen Ausbildungen in diesem Zeitraum zurückzuführen ist. So meldeten sich, wie schon im Vormonat, verstärkt unter-25-Jährige bei Agentur für Arbeit und Jobcenter arbeitslos, ihre Zahl stieg im Vergleich zum Vormonat nochmals um 228 auf 834 Personen an. „Auch wenn diese jungen Erwachsenen vom Ausbildungsbetrieb nicht übernommen werden, dauert ihre Arbeitslosigkeit in den meisten Fällen nur wenige Wochen. Viele haben bereits einen Anschlussvertrag unterzeichnet", teilt Jürgen Kurz mit. Die insgesamt nach wie vor gute Marktlage zeige sich daran, dass im gleichen Zeitraum bei den über-50-jährigen Arbeitslosen sogar ein Rückgang um 82 Personen zu verzeichnen ist.

Da nach Ende einer dualen Ausbildung im Regelfall Anspruch auf Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung besteht, stieg die Zahl der Arbeitslosen vor
allem im Bereich des Sozialgesetzbuches III (+ 253). Personen, die sich nach einer schulischen Ausbildung melden müssen, haben hingegen keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 erworben. Aus diesem Grund nahm auch die Zahl der Personen, die Leistungen zur Grundsicherung erhalten, um 110 zu. Im August wurden insgesamt 55,9 Prozent aller arbeitslos Gemeldeten vom Jobcenter Rems-Murr betreut.

Angesichts der insgesamt weiterhin positiven Wirtschaftslage wünscht sich Herr Kurz, dass auch Langzeitarbeitslose vermehrt eine Chance erhalten, sich zu bewähren und wieder im Erwerbsleben Fuß zu fassen. Daher setzen Jobcenter und Agentur weiterhin verstärkt auf die Förderung von Weiterbildungen. Für das Jahr 2014 stehen über sieben Millionen Euro zur Verfügung, um die Arbeitsuchenden für die Anforderungen des Arbeitsmarktes fit zu machen.

In den letzten vier Wochen nahm die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern wieder zu. Beim gemeinsamen Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter gingen im August mit 1.089 Stellenmeldungen 227 mehr als im Vormonat ein. Auch im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Zahl der Neumeldungen um 165, was einem Zuwachs von circa 18 Prozent entspricht. Insgesamt bietet die Jobbörse Arbeitsuchenden momentan über 2.300 Stellenangebote.
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Redakteur / Urheber