Stadtnachricht

Betriebliches Eingliederungsmanagement hilft Unternehmen und Beschäftigten
»Wieder eingliedern statt entlassen«


Rund 200.000 Beschäftigte scheiden jährlich in Deutschland aus Gesundheitsgründen vorübergehend oder dauerhaft aus dem Erwerbsleben aus.

Unternehmen verlieren wertvolle Fachkompetenzen und die Erfahrungen ihrer oft langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Kleine und mittelständische Unternehmen sind davon besonders betroffen. Sie können längere Ausfälle schwerer überbrücken und finanzieren. Der Fachkräftemangel aufgrund des demografischen Wandels verschärft die Situation zudem. Das betriebliche Eingliederungsmanagement kann da gezielt gegensteuern. 

Gemeinsam mit vielen Krankenkassen unterstützt die Deutsche Rentenversicherung (DRV) das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM).

Und trägt so dazu bei, die Beschäftigungsfähigkeit von Beschäftigten in Betrieben dauerhaft zu sichern ? trotz längerer oder wiederholter Krankheitszeiten. »Unser Ziel ist, die Menschen wieder einzugliedern ?

statt einer Entlassung«, unterstrichen Hubert Seiter, der Vorsitzende der Geschäftsführung der DRV Baden-Württemberg, und sein Geschäftsführerkollege Andreas Schwarz am Mittwoch, 28. Oktober, in Karlsruhe. Die Rentenversicherung blickte auf die »Tour de BEM« zurück: Seit Oktober 2014 wurden über 1000 Unternehmen im Land mit acht Veranstaltungen informiert und in ihren Bemühungen unterstützt, Menschen zurück in den Job zu bringen statt sie zu entlassen. 

Arbeit ist »Wohlfühl- und Gesundheitsfaktor« 

Wieder zu arbeiten, auch wenn die Wiedereingliederung mit Aufwand verbunden ist, sei ein Gewinn für Unternehmen und Beschäftigte, betonte Andreas Schwarz. Die Rentenversicherung helfe tatkräftig mit, wenn sich Menschen wieder an eine Beschäftigung an einem ihren gewandelten Erfordernissen angepassten Arbeitsplatz heran tasten. Auch wenn es manche immer noch nicht so sehen: Arbeit, so Schwarz, sei für das Wohlbefinden und die seelische Gesundheit des Menschen von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit. 

Gesetzliche Verpflichtung zum BEM 

Arbeitgeber sind seit 2004 gesetzlich verpflichtet, ein betriebliches Eingliederungsmanagement durchzuführen, wenn Beschäftigte innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen arbeitsunfähig sind. Von Seiten der Arbeitgeber bestehe großes Interesse daran, krankheitsbedingte Fehlzeiten der Arbeitnehmer zu vermeiden, so Dirk Becher vom Arbeitgeberverband Südwestmetall. »Krankheitsbedingte Ausfälle belasten Unternehmen und Belegschaften gleichermaßen«, wies er auf die Probleme hin, die mit Hilfe des BEM-Verfahrens gegebenenfalls vermieden werden könnten. »Die Rentenversicherung tut alles, um Menschen wieder arbeitsfähig zu machen«, hob Hubert Seiter hervor, »es lohnt sich, um jeden einzelnen Mitarbeiter zu kämpfen.« 

Reha-Servicestellen unterstützen 

Wie die Gemeinsamen Servicestellen für Rehabilitation beim betrieblichen Eingliederungsmanagement helfen, berichtete Petra Andl, die Leiterin der Reha-Servicestelle in Karlsruhe: »In über 500 Fällen sind wir seit Oktober

2014 beim BEM eingeschaltet worden. Dabei handle es sich meist um schwierige Fälle. »Unser Ziel ist es, Ausgliederung, Arbeitslosigkeit oder Frühberentung zu vermeiden.« Das, so Andl, gelinge nur gemeinsam und keinesfalls »so nebenbei.« 

Weitere Auskünfte zu den Themen Rente, Rehabilitation und Altersvorsorge, auch zum Thema BEM, gibt es bei der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg in den Regionalzentren und Außenstellen im ganzen Land, über das kostenlose Servicetelefon unter 0800 1000 480 24 sowie im Internet unter www.deutsche-rentenversicherung-bw.de.
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Redakteur / Urheber
Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg