Stadtnachricht

»Parlament« der DRV Baden-Württemberg tagte in Stuttgart
Flexirente wird begrüßt


»Nach dem derzeitigen Stand der Berechnungen können die Rentnerinnen und Rentner im Westen mit einer Rentensteigerung von 4,35 Prozent, im Osten sogar mit 5,03 Prozent rechnen«, so Kienzle. 

Die Vertreterversammlung, das Parlament der DRV Baden-Württemberg, hat den Haushalt für 2016 beschlossen: Mit 18,3 Milliarden Euro liegt er für das kommende Jahr rund 5,4 Prozent über dem des laufenden Jahres. Einer der Gründe für diese Steigerung ist die Erhöhung der Ausgaben der allgemeinen Rentenversicherung im kommenden Jahr um voraussichtlich 3,9 Prozent. 

Abschmelzung der Rücklagen 

Die Herausforderungen des Rentenpakets mit Mütterrente und Rente ab 63 Jahren hat die DRV Baden-Württemberg erfolgreich gemeistert. Die Finanzierung des Rentenpakets aus den Rücklagen der Rentenversicherung hat mittelfristig jedoch zur Folge, dass es zu einer massiven Abschmelzung der Rücklagen kommen wird, so Kienzle. Unter der Voraussetzung, dass der Beitragssatz stabil bei 18,7 Prozent bleibt, werde sich die Nachhaltigkeitsrücklage auf nur noch 0,31 Monatsausgaben im Jahr 2020 verringern. »Die Rentenversicherung hat schon mehrfach davor gewarnt, und die Anhebung der bisherigen Untergrenze von 0,2 Monatsausgaben angemahnt«, sagte Kienzle. Vorgeschlagen wird vielmehr die Anhebung der Rücklage auf 0,4 Monatsausgaben. 

»Flexirente« 

Kienzle begrüßte, dass durch die vorliegenden Vorschläge der Bundesregierung mehr Bewegung in die Phase des Übergangs von der Erwerbs- in die Ruhestandsphase kommt. Wünschenswert sei hierbei unter anderem eine Flexibilisierung und Vereinfachung der Hinzuverdienstgrenzen, eine Zahlung von zusätzlichen Beiträgen zum Ausgleich von Rentenabschlägen bereits ab dem 50. Lebensjahr sowie eine flexiblere Verteilung der Leistungen innerhalb des bestehenden Reha-Budgets. Wichtig sei, dass Prävention Vorrang vor Rehabilitation habe, um die Ruhestandsphase bei guter Gesundheit zu erreichen. Ziel der DRV Baden-Württemberg sei es, ihre Versicherten durch mehr Präventions- und Rehabilitationsleistungen länger im Erwerbsleben halten zu können. Unter anderem durch das Angebot des » Firmenservice«, bei dem regionale Firmenberater der DRV insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen die Themen Prävention, Rehabilitation, Rente und Altersvorsorge nahebringen, bietet die DRV Baden-Württemberg hier ein umfassendes Spektrum. 

Tour de BEM 

Aus Gesundheitsgründen scheiden in Deutschland rund 200.000 Beschäftigte jährlich vorübergehend oder dauerhaft aus dem Erwerbsleben aus. Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) kann da gezielt gegensteuern.

Es wird von der Deutschen Rentenversicherung gemeinsam mit vielen Krankenkassen unterstützt und trägt so dazu bei, die Beschäftigungsfähigkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Betrieben dauerhaft zu sichern ? trotz längerer oder wiederholter Krankheitszeiten.

»Unser Ziel ist es, die Menschen wieder einzugliedern ? statt sie zu entlassen«, sagte Hubert Seiter, der Vorsitzende der Geschäftsführung der DRV Baden-Württemberg. Seiter gab einen Rückblick auf die »Tour de BEM«:

Seit Oktober 2014 wurden mehr als 1.000 Unternehmen im Land mit acht Veranstaltungen informiert und in ihren Bemühungen unterstützt, Menschen zurück in den Job zu bringen statt sie zu entlassen. 

Geschäftsführer Hubert Seiter verabschiedet 

Der Jurist Hubert Seiter begann im November 1982 seine Tätigkeit bei der früheren LVA Württemberg. Im Dezember 1995 wurde er zum stellvertretenden Geschäftsführer gewählt. Ab Juni 2001 wurde Seiter Mitglied der Geschäftsführung der fusionierten LVA Baden-Württemberg beziehungsweise der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg (ab 1. Oktober 2005). Seit 1. Juli 2008 ist er Vorsitzender der Geschäftsführung (Erster Direktor) der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg. In der Vertreterversammlung in Stuttgart wurde er jetzt in den Ruhestand verabschiedet.
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Redakteur / Urheber
Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg