Stadtnachricht

Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Ausländern in Gastfamilien ab jetzt möglich


Viele neue Betreuungsplätze sind einzurichten. Dem Kreisjugendamt ist es gemeinsam mit einer Trägergemeinschaft aus Paulinenpflege Winnenden, Ev. Gesellschaft Stuttgart, Diakonischer Jugendhilfe Heilbronn und SOS-Kinderdorf Württemberg aus Schorndorf gelungen, die bestehenden Aufnahmemöglichkeiten zu erweitern. Ab sofort können umA im Alter bis 21 Jahren in Gastfamilien aufgenommen werden. Der Trägerverbund ist Ansprechpartner für interessierte Familien, führt das Auswahl- und Vorbereitungsverfahren durch, organisiert die Aufnahme und begleitet die Familien und umA während der gemeinsamen Zeit. Die Gastfamilien erhalten für die Betreuung der umA vom Kreisjugendamt einen finanziellen Ausgleich.

Die Träger des Verbunds sind zuständig für die Anwerbung und Information der interessierten Gastfamilien im Rahmen von drei Informationsveranstaltungen pro Jahr.

In einem Auswahl- und Vorbereitungsverfahren werden die Gastfamilien dann durch den regional zuständigen Träger geprüft und für diese Arbeit vorbereitet. Im Rahmen der Qualifizierungsphase werden die Gastfamilien durch die Fachdienste der jeweiligen Träger auf die Lebenssituation der umA und deren besonderen Bedarfe vorbereitet, interkulturelle Kompetenzen und spezifisches Wissen werden vermittelt und erweitert. Dies geschieht durch Gruppenabende, individuelle Gespräche und Hausbesuche. Bei Aufnahmeanfragen für umA wird im Folgenden dann festgestellt, ob dieser junge Mensch in einer der in Frage kommenden Familien leben kann. Hierbei spielen Themen wie Alter der in der Familie lebenden eigenen Kinder, Wohnsituation und Alter, Geschlecht und Herkunft des umA etc. eine Rolle.

Die fachliche Begleitung der Gastfamilien durch den Trägerverbund beinhaltet die Beratung der Gasteltern und der minderjährigen Flüchtlinge.

Ein Schwerpunkt in der Begleitung der jungen Menschen ist die Auseinandersetzung und Anpassungsleistung des Gastes mit der Realität in Deutschland, den deutschen Normen und Werten und der deutschen Kultur.

Wichtige Themen darüber hinaus sind: Die Auseinandersetzung mit der jeweils anderen Kultur, die Reflektion des Zusammenlebens, die Unterstützung des jungen Menschen in der Bewältigung der Vergangenheit, die Kontaktherstellung und -erhaltung zur Familie im Herkunftsland, die Klärung des Aufenthaltsstatus und die Begleitung im Asylverfahren, die schulische und berufliche Förderung und Integration ins Gemeinwesen.

Eine besondere Herausforderung für alle Beteiligten ist die unklare Perspektive des jungen Menschen, solange die Entscheidung über eine asylrechtliche Anerkennung noch nicht gefallen ist. Der Spagat zwischen Integration und der latent drohenden Abschiebung stellt eine besondere Belastung im Zusammenleben der Gastfamilie dar.

Die Öffentlichkeitsarbeit führt der Trägerverbund in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt des Rems-Murr-Kreises durch. Für die Akquise der Gastfamilien, die Vermittlung der minderjährigen Flüchtlinge und die fachliche Begleitung der Gastfamilien gibt es eine regionale Aufteilung in der Zuständigkeit der jeweiligen Jugendhilfeeinrichtung des Trägerverbundes.

Bei Interesse können sich Gastfamilien unter gastfamilien@rems-murr-kreis.de beim Jugendamt des Landratsamtes Rems-Murr-Kreis melden. Ansprechpartner der Einrichtungen des Trägerverbundes sind für

- die Paulinenpflege Winnenden Uwe Jansch, Tel. 07195/ 695-6655
- die ev. Gesellschaft / DJHN Regine Esslinger-Schartmann, Tel. 0151 40654792
- das SOS-Kinderdorf Württemberg Rolf Huttelmaier, Tel. 07181 93932-0 oder - 33

Der nächste Infoabend für interessierte Gastfamilien findet
am 17.02.2016 um 19 Uhr in Backnang im Familienzentrum In der Plaisir 40 statt.
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Redakteur / Urheber