Stadtnachricht

Reise des Murrhardter Landfrauen-Chors in die Partnerstadt Rabka-Zdrój


Murrhardter Landfrauen bei ihrem Auftritt in Rabka-Zdrój im April 2017                27 Teilnehmer, Chormitglieder, Angehörige, polnische Freunde aus dem Murrhardter Umland und Interessierte starteten mit dem Flugzeug von Stuttgart nach Krakau. Von dort wurden wir mit dem Bus abgeholt und fuhren in die winterliche Landschaft am Fuße der Insel-Beskiden. Zum Glück hatten wir uns auf die Temperaturen um den Gefrierpunkt durch warme Kleidung eingestellt. Im Hotel „ELA“ wurden wir mit einem zünftigen landestypischen  Abendessen bewirtet.
 
Der nächste Tag war vormittags einem ausführlichen Rundgang der Stadt gewidmet, in dem wir die Hauptsehenswürdigkeiten  durch einen Führer gezeigt bekamen, wie die Mineralwassertrinkhalle mit dem Gradierwerk, im großzügig angelegtem  Kurpark, das Amphitheater, das Gesundheitszentrum und die als Museum dienende aus Lärchenholz bestehende Maria Magdalena -Kirche aus dem 17. Jahrhundert. Der Abschluss des Rundganges bildete der Besuch des Goralenmuseums, das uns eine Vorstellung von der Lebensweise der ländlichen Gebirgsvölker Polens vermittelte.
 
Der Nachmittag war dem Chorkonzert vorbehalten. Es war eine gute Mischung; die anspruchsvollen Lieder, des aus 17 Damen bestehenden „Chor Cantabile“, in ausgefeilter Rhythmik und Vielstimmigkeit und der Murrhardter Landfrauenchor, der seine einfühlsamen Volksliedern, nicht zuletzt durch die temperamentvolle Dirigentin, Iwona Kolodziejczyk, den Zuhörern zu Herzen gehen ließ. Auch hatten sich die Chöre auf gemeinsam gesungene Lieder verständigt. So wurden ein polnisches Lied in typisch slawischer Harmonik, das internationale Landfrauenlied und der Kanon „Dona nobis“ gemeinsam zu Gehör gebracht. Zum Schluss durfte der einzigste männliche Akteur, Joachim Dittmann, aus Murrhardt, der als Gesangssolist auftrat, und auch einige Lieder der Murrhardter mit der Gitarre begleitete, mit der Bürgermeisterin Ewa …… nach dem Lied „Fliege mit mir bis nach Rabka..“ ein Tänzchen wagen. Mit viel Beifall vom Publikum, mit Dankesreden der Dirigentinnen und der Bürgermeisterin wurde der Nachmittag beschlossen.
 
Am Abend trafen sich die Chöre zum festlichen Abendessen im Hotel „ELA“. Als besonderer Leckerbissen erwartete uns dort die Goralengruppe „Alt Rabka“. Sie tanzten in ihren malerischen Trachten typische einheimische Tänze und sangen herzerfrischend Lieder dazu. Begleitet wurde die Gruppe von einer Geigenformation, ergänzt von einem umgehängt getragenen Cello, das den Grundryhthmus vorgab; bewundernswert waren die schnellen, leichtfüßigen Schrittfolgen der Tanzenden. Anschließend wurde die Gelegenheit  genutzt sich noch einmal für die herzliche Gastfreundschaft in Rabka zu bedanken. Es wurden Gastgeschenke ausgeteilt und eine Einladung nach Murrhardt ausgesprochen. Mit viel spontan gesungenen Liedern, zog sich der Schluss in die Nacht hinein.
 
Am nächsten Tag hieß es Abschied von Rabka zu nehmen und im Hotel Hilton Garden Inn, in Krakau Quartier zu beziehen. Vorher stand ein Weltkulturerbe noch zur Besichtigung an, die Salzminen von Wieliczka. In der Nähe von Krakau konnten wir in einem 2-stündigen Rundgang die in den Untergrund geschlagenen Schächte und Hohlräume bestaunen. So die riesige Kapelle der Heiligen Kunigunde, die auch ständig als Kirche benutzt wird, die Kammer des Nikolaus Kopernikus, die Weimarer Kammer, die auch Goethe einst besuchte, und viele andere Gedenkstätten, die meistens mit Skulpturen aus Salzstein ausgestattet waren, die von einheimischen Bergleuten oder Künstler geschaffen wurden. 9 Sohlen bis 327 m tief, 2400 Kammern und 245 km  Strecken und Gänge kennzeichnen dieses Kulturerbe.
 
Nach dem Essen in einem rustikalen Gasthaus, konnten wir gestärkt mit dem Bus zum Hotel fahren. Die Reisenden, die noch nicht müde waren, machten noch einen Abstecher in die Innenstadt und erlebten Krakau bei Nacht.
 
Der letzte Tag war dem Besuch und der Besichtigung von Krakau vorbehalten. Eine Führerin begleitete uns von der Barbakane, der alten übriggebliebenen Stadtbefestigungen,  durch das Florianstor auf die Straße Florianska zum Stadtmittelpunkt, dem großen Marktplatz vor den Tuchhallen und der Marienkirche. Ein Besuch im Innenhof der berühmten Jagellonen-Universität, schloss sich an. Zum Abschluss der offiziellen Führung fuhren wir mit den kleinen Elektrobussen zur Wawel, dem Krakauer Schlossberg mit dem Königsschloss und der Wenzel - und Stanislaus-Kathedrale, in der alle polnischen Könige gekrönt wurden. Leider konnten wir die Kostbarkeiten im Inneren des Schlosses und der Kirche mit seinen angebauten Kapellen nicht in Augenschein nehmen. Dafür erfreuten wir uns an den schönen Renaissancearkaden im Innenhof des Schlosses.
 
Treffpunkt für unseren Aufbruch zur Heimreise war die Marienkirche. Von hier aus holten wir unser Gepäck und fuhren mit der S-Bahn zum Flughafen Krakau Balice. Vorher hatten wir aber noch Zeit die berühmte Schokolade der Stadt in einem der zahlreichen Cafés zu genießen, vor  allem das Innere der Marienkirche zu verinnerlichen; den herrlich vergoldeten berühmten Veit-Stoß-Altar, das weite, einzigartige Deckengewölbe und die reichliche  Ausstattung des Kircheninnere.
 
Ein ruhiger Flug in die Abendröte brachte uns nach erlebnisreichen Tagen zurück nach Stuttgart, wo uns der bestellte Bus nach Murrhardt zurück brachte. Im Bus fielen noch herzliche Dankesworte an die Dirigentin Iwona, die die planvolle Initiatorin, die umsichtige Organisatorin und die musikalische Begleiterin der Reise war. Dankbar haben wir die Tage in Polen erlebt und können uns jetzt ein Bild von unserem Nachbarland machen. Die Reise hat sich gelohnt!
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Redakteur / Urheber
Stadtverwaltung Murhardt, Amt für Wirtschaft, Kultur und Tourismus / Landfrauen-Chor, J. Dittmann