Stadtnachricht

Schlechtes Ergebnis bei Alkohol-Testkäufen im Rems-Murr-Kreis
Gemeinsame Aktion der Polizei und der Kommunalen Suchtbeauftragten am 9. Mai 2018


Um den Einzelhandel diesbezüglich zu sensibilisieren, haben das Polizeipräsidium Aalen und die Kommunale Suchtbeauftragte des Rems-Murr-Kreises am 9. Mai 2018 Testkäufe in Winnenden, Schwaikheim, Leutenbach und Berglen durchgeführt. In Begleitung von jeweils zwei Polizeibeamten in zivil versuchten drei 17-jährige Jugendliche, alkoholische Getränke und Tabakwaren in Tankstellen, Kiosken, Supermärkten und Getränkehandlungen zu erwerben. Die Testkäufer sind Auszubildende der Kommunen und wurden im Vorfeld von Sonja Hildenbrand, Kommunale Suchtbeauftragte, die beim Kreisjugendamt angesiedelt ist, geschult.

Ziel der Aktion war es, Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz aufzudecken und das Ver-kaufspersonal für die Notwendigkeit der konsequenten Einhaltung der rechtlichen Bestimmungen zu sensibilisieren und zu motivieren.

Insgesamt wurden 30 Verkaufsstellen überprüft. In 12 Geschäften wurden die Testkäufer korrekterweise abgewiesen, nachdem nach Alter und/oder Ausweis gefragt wurde. Bedauerlicherweise kam es in 18 Verkaufsstellen zu 27 Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz, die Ordnungswidrigkeitsanzeigen zur Folge haben. Es wurden elfmal branntweinhaltige Getränke, dreimal Tabakwaren und viermal sowohl Alkohol als auch Tabak an die jugendlichen Testkäufer/innen verkauft. In neun Geschäften gab es keinen Aushang, der auf das Verkaufsverbot hinweist.

Diese Ergebnisse sind aus Sicht der Experten nicht zufriedenstellend. Die Verkäufer fragten die Jugendlichen teilweise nicht nach ihrem Alter oder verlangten den Ausweis erst gar nicht – oder aber sie verrechneten sich bei der Kontrolle des Personalausweises. Häufig führen Zeitdruck und mangelndes Wissen bezüglich der gesetzlichen Vorgaben zu Verstößen. Um jedoch Kinder und Jugendliche vor den Folgen des riskanten Alkohol- und Tabakkonsums zu schützen, ist es unabdingbar, Erwachsene in die Verantwortung zu nehmen.
Um weiterhin auf das Thema aufmerksam zu machen und es in den Köpfen lebendig zu halten, streben Polizei und Kreisjugendamt an, die Testkäufe auch zukünftig regelmäßig durchzuführen.

Hintergrund: „HaLT – Hart am LimiT“
Im Rahmen des Alkoholpräventionsprojektes „HaLT – Hart am LimiT“ bietet die Kommunale Suchtbeauftragte kostenlose Materialien zum Jugendschutz an. Ziel dieser Aktion ist es, Verkäufer im Einzelhandel aber auch in der Gastronomie und bei Festveranstaltungen zu unterstützen. Die Plakate und Schilder können gut sichtbar in Geschäften und an Verkaufsständen angebracht werden. Sie machen den Kunden deutlich, dass dem Jugendschutz großes Augenmerk geschenkt wird. Außerdem geben sie dem Verkaufs- und Ausschankpersonal einen Überblick über die gesetzlichen Bestimmungen. Praktische Kontrollscheiben unterstützen bei der Altersüberprüfung.
Gemeinsam mit dem Kreisjugendamt sind der Kreisdiakonieverband Rems-Murr-Kreis und die Caritas Ludwigsburg-Waiblingen-Enz bemüht, Jugendliche vor den Gefahren des riskanten Alkoholkonsums zu schützen. Fachkräfte der Suchtberatungsstellen sprechen mit Jugendlichen, die aufgrund einer Alkoholvergiftung in die Rems-Murr-Kliniken eingeliefert werden und beraten auch deren Eltern. Sie unterstützen die Familien dabei, den Vorfall zu reflektieren und aufzuarbeiten, um zu verhindern, dass so etwas noch einmal vorkommt.

Kontakt – auch für die Bestellung von Plakaten und Info-Material:
Landratsamt Rems-Murr-Kreis
Kommunale Suchtbeauftragte
Sonja Hildenbrand
Winnender Straße 30/1
71334 Waiblingen
Telefon: 07151/501-1577
Telefax: 07151/501-1440
E-Mail: s.hildenbrand@rems-murr-kreis.de 
Internet. www.rems-murr-kreis.de

Suchtprävention HaLT
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Redakteur / Urheber
Gemeinsame Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Aalen und des Rems-Murr-Kreises