Stadtnachricht

Neuerscheinung: Murrhardt und der Dreißigjährige Krieg 1618 bis 1648


Außenseiten des Buches Murrhardt und der Dreißigjährige Krieg

Es ist bekannt, dass der Dreißigjährige Krieg mit seinen Bevölkerungsverlusten und Zerstörungen den deutschen Südwesten in kaum vorstellbarer Weise traf. Aber wie wirkte sich das konkret vor Ort aus? Murrhardt ist dafür ein besonders originelles Untersuchungsobjekt: Das hiesige Kloster wurde 1629/30 wieder rekatholisiert. Zwischen den Mönchen und ihren protestantischen Kontrahenten entwickelte sich ein jahrzehntelanger Kleinkrieg, in dem es gleichermaßen um die Seelen der Untertanen wie um deren Geldbeutel ging. Beide Seiten setzten sowohl moralischen und juristischen Druck als auch militärische Gewalt ein, um ihre Ziele zu erreichen. Noch schlimmer als alle militärischen Exzesse waren zwei verheerende Pestepidemien 1626 und 1634/36 mit anschließender Hungersnot. Wie die Murrhardter zwischen den Klippen dieser religiösen und politischen Rechthaberei und apokalyptischen Not hindurchkamen – oder in großer Zahl untergingen – wird im neu erschienenen Buch eindrucksvoll dargestellt.

Etliche Teile des Buches lesen sich wie eine Kriminal- oder Gruselgeschichte. Es ist einerseits unglaublich, welche menschliche Niedertracht in den Wirren der religiösen Verbohrtheit und des Kriegselends zutage trat, andererseits bildeten – trotz aller Gegensätze – letztlich doch gemeinsame Vorstellungen im Rahmen der Rechtsordnung des alten Reiches die Basis, dass sich die politischen und konfessionellen Gegner zwar aufs heftigste stritten, sich aber nie gegenseitig töten wollten.

^
Redakteur / Urheber

  • Stadt Murrhardt
  • Rathaus - Marktplatz 10
  • 71540 Murrhardt
  • Telefon 07192 213-0
  • info@murrhardt.de