Stadtnachricht

Naturpark geht der Welt der Wildbienen und Schmetterlinge auf die Spur


Wie in den vergangenen Jahren war auch dieses Mal wieder der Wildbienenexperte Rainer Prosi aus Crailsheim mit von der Partie. Begleitet wurde er von seinem Bruder, Rolf Prosi, einem Experten für Schmetterlinge. „Durch das Projekt Blühender Naturpark sind wir immer wieder erstaunt, welche Vielfalt an verschiedenen Insektenarten sich auf den Blühflächen tummeln“, so Franziska Hornung, Projektmanagerin in der Naturpark-Geschäftsstelle. „Wir wollten in diesem Jahr daher allen Interessierten die Möglichkeit geben, uns bei der Exkursion zu begleiten und einen Einblick in die große Welt unserer kleinen Mitbewohner zu erhalten.“22 Teilnehmende, sowohl Privatpersonen, als auch Bauhofmitarbeitende, Naturparkführer:innen, NABU- und BUND-Mitarbeitende, waren dabei. Alle waren fasziniert von der großen Anzahl der verschiedenen Schmetterlings- und Wildbienenarten und vom Fachwissen der beiden Brüder. Sie erläuterten wie man die verschiedenen Bienen und Schmetterlinge auch als Laie auseinanderhalten kann, welche entscheidende Rolle diese in unserem Ökosystem spielen und was man zu ihrem Schutz beitragen kann.

12 verschiedene Wildbienen- und 8 Schmetterlingsarten tummelten sich an diesem Freitag auf dem Kelterbuckel. Darunter auch einige, die auf der Roten Liste in der Vorwarnstufe gelistet sind, wie zum Beispiel die Bunte Hummel (Bombus sylvarum), die Dickkopf-Schmalbiene (Lasioglossum glabriusculum) und das Kleine Fünffleckenwidderchen (Zygaena viciae). Eine Besonderheit war die Große Harzbiene (Trachusa byssina), eine seltene Wildbienenart. „Sie steht auf der Roten Liste in Stufe 3, das bedeutet, dass sie zu den gefährdeten Arten gehört.“, weiß Rainer Prosi. „Wie die meisten Wildbienen lebt sie solitär, sie bildet keine Staaten. Sie sammelt ihren Pollen nur an ganz bestimmten Pflanzenarten und baut ihre Nester in selbstgegrabenen Hohlräumen im Boden.“

Aufgrund ihrer speziellen Lebensweisen sind viele Wildbienen und Schmetterlinge gefährdet. Das Projekt „Blühender Naturpark“ steuert dem entgegen: Durch das Aufwerten von reinen Rasen- und Grünflächen zu artenreichen Wildblumenwiesen entstehen für bestäubende Insekten vielfältige und lebensnotwendige Lebensräume und Nahrungsquellen. Dabei werden ausschließlich heimische Pflanzenarten verwendet. „Mit dem Projekt möchten wir dem voranschreitenden Insektensterben ein Stück entgegenwirken“, erklärt Franziska Hornung. 29 der 49 Mitgliedsgemeinden im Naturpark beteiligen sich am Blühenden Naturpark. In diesem Jahr wurde in die Pilotphase der „Blühenden Unternehmen“ gestartet: Sieben Unternehmen haben sich bereit erklärt, durch eine naturnahe Gestaltung ihrer Firmengelände einen Beitrag zum Insektenschutz zu leisten.

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Dieses Projekt wurde gefördert durch den Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg, der Lotterie Glücksspirale und der Europäischen Union (ELER).

Weitere Informationen:

Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald e. V.

Naturparkzentrum, Marktplatz 8, 71540 Murrhardt

Tel. 07192 9789-003

Franziska.hornung@naturpark-sfw.de

www.naturpark-sfw.de

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Redakteur / Urheber
Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald e.V.