Wandergruppe (c) Fotolia

Entlang der Limeswachttürme

Streckenlänge: 11 Kilometer
Teilstück bis zum Parkplatz an der Karnsberger Straße für Rollstuhl und Kinderwagen geeignet.

Ein gutes Stück auf dem Limes-Wanderweg führt diese knapp elf Kilometer lange Wanderung nordöstlich von Murrhardt. Wer mit dem Kinderwagen unterwegs ist, sollte allerdings abkürzen und dort, wo die Route die Karnsberger Straße überquert (beim Limesstein), am Obstbau-Lehrpfad vorbei, wieder zurück nach Murrhardt gehen, denn zwischen Linderst und Alleensee, bei der „Teufelsmauer“ wird die Strecke eng und steil.

Startpunkt ist das Naturparkzentrum am Murrhardter Marktplatz (ein Besuch lohnt sich). Die Strecke führt hinaus nach Siegelsberg, wo sie zum ersten Mal auf den Limes trifft. In Siegelsberg ist ein kleiner Abstecher zum römischen Wachtturm „Römerschanze“ vorgesehen. Es ist der Posten 9/91, der
in den Jahren 1966/67 bis zu vier Metern hoch rekonstruiert wurde. Auf der ehemaligen römischen Reichsgrenze geht es wieder zurück nach Siegelsberg. Die Tour dreht eine kleine Schleife mit schönem Ausblick auf Siegelsberg, bevor sie beim Limesstein an der Straße nach Karnsberg wieder auf den
Limes-Wanderweg trifft. Nun geht es vorbei an einigen sichtbaren Limes-Wachposten, etwa den Türmen „Heidenbühl“ (bis sechs Meter Höhe rekonstruiert - Posten 9/96) und „Linderst-Ebene“ (Posten 9/98), von dem nur noch die Grundmauern sichtbar sind. Vom Grillplatz Lindersthütte führt die Route über die enge und steile „Teufelsmauer“ (Posten 9/99) zum Spielplatz am Alleensee. Von hier geht die Wanderung wieder zurück nach Murrhardt. Auch der Name „Teufelsmauer“ gründet sich auf eine Sage: Der Teufel bat einst den lieben Gott um ein Stück Land, so groß, dass er es in einer Nacht mit Mauer und Graben umgeben könne. Die Bitte wurde ihm gewährt.
Eifrig machte er sich mit seinen Gesellen, alle in Gestalt von Wildschweinen, ans Werk. Sie arbeiteten stürmisch drauflos, wühlten und gruben mit aller Kraft, doch sie hatten sich zuviel vorgenommen und waren lange nicht fertig, als der erste Hahnenschrei den anbrechenden Tag verkündete. Aus Ärger
über das Misslingen seines Planes zerstörte der Teufel das unfertige Werk. Und so hieß der Limes im Volksmund fortan „Teufelsmauer“ und „Sau-“ oder „Schweinsgraben“. Alle hier beschriebenen Wachttürme wurden in den 1960er
Jahren Dank der Arbeiten von Dr. Rolf Schweizer archäologisch untersucht und teilrekonstruiert. Fundstücke aus den archäologischen Grabungen an den Wachttürmen und viele weitere Zeugnisse aus römischer Zeit sind im Carl-Schweizer-Museum (unweit des Naturparkzentrums) zu sehen.

Prospekt zum Herunterladen: