Murrhardter Ehrenbuerger
Gustav Jäger - Portrait
Portrait: Gustav Jäger

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Prof. Dr. Gustav Jäger

In Stichworten

  • geboren am 23.6.1832 in Neuenstadt an der Linde
  • gestorben am 13.05.1917 in Stuttgart
  • am 14.06.1912 zum Ehrenbürger ernannt
  • Dr. med., Zoologe und Textilfabrikant (Wolle-Jäger)

Gustav Jaeger wurde am 23. Juni 1832 im Pfarrhaus zu Bürg am Kocher, in der Nähe von Heilbronn geboren.

Sein Vater:     Pfarrer Carl Friedrich Jaeger, 1794 – 1842
Seine Mutter:  Wilhelmine Ulrike Stang, 1795 – 1881

Eigentlich wünschten sich die Eltern, dass Gustav die theologische Ausbildung machen würde, deshalb besuchte Gustav die Lateinschule in Neuenstadt. Gustav war gerade 10 Jahre alt, als das Schicksal grausam zuschlug und der frühe Tod des Vaters, am 28.11.1842, die Mutter mit sechs Kindern alleine zurück ließ. Dies brachte die Familie in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Die Mutter drängte Gustav deshalb das Landexamen ein Jahr früher abzulegen, um die Aufnahme ins niedere evangelische Predigerseminar in Urach zu beschleunigen.

Im Herbst 1846 bestand Gustav die Aufnahmeprüfung für das Seminar in Urach. Gustav hatte aber insgeheim schon etwas anderes beschlossen und wollte auf keinen Fall Pfarrer werden. Den naturwissenschaftlichen Teil der Uracher Theologieausbildung absolvierte er mühelos. Eine gewollte schlechte Note in „Hebräisch“ verhinderte jedoch die Aufnahme im Tübinger Stift, dafür aber waren die Tore geöffnet auf eigene Kosten in der Stadt zu studieren. Sein großes Interesse galt den Tieren und den Naturwissenschaften und schon bald entstand der Wunsch eine Laufbahn als Naturforscher und Zoologe anzustreben.

1851 – Immatrikulation in Tübingen für die Fächer Medizin und Chirurgie.

Ab 1856 Hofmeister (Privatlehrer) in Wien; daneben Privatdozent der Zoologie und der vergleichenden Anatomie

 20.12.1860 Hochzeit mit seiner ersten Frau, Selma Krais, in Sondelfingen. Sie hatten gemeinsam 4 Söhne und 5 Töchter

1866 Rückkehr nach Stuttgart

1867 – 1884 Lehrauftrag an der forstwirtschaftlichen Akademie zu Hohenheim und am Königlichen Polytechnikum Stuttgart

1870 Verleihung des Professorentitels als Anerkennung für den „großen Eifer und Fleiß“ an den Stuttgarter Schulen

August 1875: Ernennung zum Hauptlehrer für Zoologie und Anthropologie an der polytechnischen Schule in Stuttgart

1883: Eintrag ins Handelsregister von „Dr. Jägers Sanitary Woollen System Compagny London, 42 & 43 fore Street London E.C.“

Februar 1907: Tod seiner Frau Selma Johanna im Alter von 71 Jahren

Juli 1908: Hochzeit mit seiner zweiten Frau, Helene Müller, in Murrhardt

1912: 80. Geburtstag. Zum Ehrenbürger ernannt in Murrhardt

13. Mai 1917, Gustav Jaeger wurde tot aufgefunden. Er stürzte vom hohen Balkon seiner Stuttgarter Villa in ein Blumenbeet. Ob aus Versehen oder mit Absicht wird ewig ein Rätsel bleiben. Die Familienüberlieferung berichtet von Freitod.


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