Limesturm

Die Römer in Murrhardt - ein Kastell am Limes

Der äußere obergermanisch-rätische Limes und seine Befestigungsanlagen wurden in Ausgrabungen seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhundert erforscht. Besonders gut erhaltene Bereiche wurden konserviert und teilweise rekonstruiert. Dazu gehören Kastelle, Badeanlagen, Wachttürme, aber auch Wallanlagen, Graben bzw. Mauer und Straße. Im Gebiet um Murrhardt gibt es eine Reihe von recht gut erhaltenen Wachttürmen, in Grab wurde ein solcher originalgetreu wiederaufgebaut.

Im Gebiet des heutigen Riesberg befand sich von etwa 150 - 260 n.Chr. ein Kastell der 24. Freiwilligen-Cohorte (24. COH) mit einer Ansiedlung, von den Römern "vicus murrensis" (Dorf an der Murr) genannt. Weiterhin ist eine zweite römische Einheit in Murrhardt bekannt , die Explaratores Boiorum et Tribocurum – eine berittene Aufklärungseinheit in Stärke von etwa 100 Mann; das Kastell wird am Linderst vermutet.

Zahlreiche archäologische Funde, in mehreren Grabungen seit 1885 geborgen und erforscht, belegen die Anwesenheit römischer Bürger und die Assimilation der einheimischen (keltischen) Bevölkerung. Sie stellte die "Freiwilligen" Soldaten, die die Grenze des römischen Weltreichs gegen die Germanen absicherten.

Auf dem Walterichsberg, wo sich heute die Walterichskirche befindet, stand in römischer Zeit ein Mithrastempel. Der Mithraskult (Mithras war ursprünglich ein persischer Sonnengott) wurde von den Soldaten verbreitet und hatte unter ihnen eine große Anhängerschaft. Durch Ausgrabungen 1963 im Bereich des Turms der Walterichskirche wurden die Überreste des Tempels gefunden. Nach einem Überfall der Alemannen auf den Limes und das Kastell im Jahre 233 wurde neben den Befestigungsanlagen auch der Tempel zerstört, jedoch unter dem Befehl des Kastellkommandanten Julius Sextus, Florus Victorinus aus dem Geschlecht der Horatier, einer der wenigen "echten Stadtrömer", wieder aufgebaut, wie einer Altarinschrift zu entnehmen ist. Eindrucksvolle Zeugnisse der Römer in Murrhardt finden sich im Carl-Schweizer-Museum.

Um 260 n.Chr. überrannten die Alemannen den Limes und zerstörten die Befestigungsanlagen.

Für lange Zeit blieb die waldreiche Gegend dann ohne Besiedlung.


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