Limesturm

Murrhardt - Vicus Murrensis

Kastelldörfer (vici) sorgten für den wirtschaftlichen Aufschwung. Es mussten ja nicht nur die Soldaten versorgt werden, sondern auch die wachsende Bevölkerung der zivilen Siedlung. Die Offiziere brachten ihre Familien mit an ihren Einsatzort und auch die einheimischen Grenzbewohner suchten die Sicherheit in der Nähe der Stützpunkte. So wurden die vici mit ihren Manufakturen, Töpfern, Gerbern, Schneidern, Werkzeugmachern, mit ihren Quacksalbern und Schankstuben zu Dienstleistungs- und Handelszentren für das Umland, auch jenseits der Grenze.

Murrhardt war Garnisonsort der Cohors XXIV voluntariorum civium Romanorum, möglicherweise auch der Spezialeinheit Exploratores Triboci et Boi und zählte in den besten Zeiten bis zu 1200 Einwohner, davon mehr als 500 Soldaten. Das Kastell lag an der heutigen Riesbergstraße. Von dort hinunter in die heutige Altstadt erstreckte sich die zivile Siedlung. Ihr Zentrum mit dem Brunnen lag am Platz am oberen Tor. Das Baujahr der Holzverschalung dieses Brunnens wurde dendrochronologisch auf das Jahr 162 n. Chr. datiert.


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